Rund um das Thema Kernenergie halten sich hartnäckige Mythen. In unserem Faktencheck räumen wir mit Halbwissen auf und entlarven populäre Irrtümer.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Die Wissenschaft sagt klar: 100 % erneuerbare Energie ist möglich – sicherer, günstiger und unabhängiger als Atomkraft oder fossile Brennstoffe.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Studien des Bundes und zahlreicher Hochschulen und Branchenorganisationen zeigen, dass die Schweizer Energieversorgung bis 2050 ohne fossile Energien und ohne Atomenergie machbar und vorteilhaft ist.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
AKW müssen aus technischen und Kostengründen laufend produzieren. Deshalb passen sie nicht in ein Schweizer Energiesystem, das auf erneuerbare Energien ausgerichtet ist. Ihre Grösse machen AKW ausserdem zu einem Klumpenrisiko für unsere Versorgungssicherheit.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Die AKW, die sich heute im Bau befinden, basieren auf herkömmlichen Reaktorkonzepten. Die vielbeschwörten «neuen Reaktorkonzepte» existieren bisher vor allem auf dem Papier oder als Forschungsprojekte. Dabei bleibt unklar, ob sie Marktreife erlangen und wann sie sich im Markt etablieren können.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Solar und Wind produzieren schon heute 2 bis 4 mal günstiger als AKW. Ohne massive staatliche Subventionen ist kein neues AKW wirtschaftlich realisierbar. Hauptgründe sind explodierende Baukosten, hohe Kapitalzinsen, lange Bauzeiten, teure Sicherheitsanforderungen und unterschätzte Risikokosten.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Alte Schweizer AKW sind weniger sicher, weil ihre Technik aus den 1960er–70er Jahren stammt. Materialien altern durch Hitze, Druck und Strahlung, Bauteile werden spröde. Nachrüstungen beheben diese Schwächen nur begrenzt, manche Teile können gar nicht ersetzt werden.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
In Europa wird aktuell nur in England ein neues AKW gebaut. Alle anderen genannten Vorhaben sind (oft jahrealte) Pläne, viele politisch diskutiert aber nicht realisiert.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Der russische Staatskonzern Rosatom ist weltweit die Nummer 1 für die Anreicherung von Uran und die Nummer 2 bei den Uranreserven. Rosatom kontrolliert 14% des weltweiten Uranbergbaus und 45 % der weltweiten Urananreicherung.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
In der Schweiz wird bereits jetzt an neuen Reaktortypen entwickelt. Mit dem Paul Scherrer Institut und Transmutex haben sogar führende Forschungsstandorte ihren Sitz in der Schweiz. Die dort untersuchten neuartigen Konzepte sind jedoch noch weit von der kommerziellen Nutzung entfernt und spielen deshalb für die Energieversorgung in den nächsten Jahrzehnten keine Rolle. Stattdessen braucht es Planungssicherheit für die Erneuerbaren, damit sie zügig ausgebaut werden können.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Das nachhaltig nutzbare Windpotential in der Schweiz liegt bei maximal rund 300 Windanlagen bis 2035. Damit ist eine 100% erneuerbare Energieversorgung problemlos möglich, wie auch die ETH in ihrer jüngsten Studie zur Kernenergie bestätigt hat. Nirgendwo in Europa ist die Windturbinen-Dichte heute tiefer als in der Schweiz. Das Schreckgespenst von 4’000 Windrädern entbehrt jeglicher faktischen Grundlage. Am schonendsten für die Landschaft ist der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf bestehender Infrastruktur – ganz ohne zusätzlichen Flächenbedarf.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Gesetzlich muss der radioaktive Abfall für 1 Million Jahre unter Verschluss gehalten werden. Bis heute gibt es nicht einmal einen gesetzlich verbindlichen Entscheid für den Bau eines Endlagers für die bestehenden radioaktiven Abfälle. Die Idee der Befürworter:innen, dass man das bestehende Projekt in Nördlich Lägern einfach vergrössern könnte, widerspricht den Aussagen der Nagra, die sagt, dass es dafür ein zweites Projekt bräuchte, wofür keinerlei Grundlagen existieren. Zu behaupten, dass man das Problem im Griff habe, ist schlicht nicht wahr.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Ein neues AKW wäre nur mit massiven staatlichen Subventionen finanzierbar. Geld, das für den Ausbau von Wasser-, Wind- und Solarkraft fehlen würde. Neue AKW wären zudem ein Klumpenrisiko für die Stromversorgung. Expert:innen warnen davor, dass auch für neue AKW Gaskraftwerke als Back-up notwendig würden. Der Ausbau der Erneuerbaren könnte jedoch massiv schneller realisiert werden, als der Bau von neuen AKW, dies würde die Abhängigkeit von Gas schneller reduzieren.
Diese Behauptung ist falsch, richtig ist:
Die ETH hält fest, dass neue AKW ohne staatliche Förderung nicht realisierbar sind. Wie hoch der tatsächliche Förderbedarf tatsächlich wäre, sei zudem “kaum seriös bezifferbar”. Die Baukosten für neue AKW müssten gemäss ETH in den nächsten Jahren um mehr als die Hälfte sinken um konkurrenzfähig zu sein. Diese Kostenentwicklung ist heute aber nicht absehbar. Während der Preis für Erneuerbare und Batterien rasant sinkt, werden neue AKW immer teurer.