Zwei Wochen nachdem das Bündnis «Nein zu neuen AKW» 131’793 Unterschriften gegen neue AKW eingereicht hat, steht der Abstimmungstermin: Am 28. Februar 2027 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung, ob das Neubauverbot für Atomkraftwerke fällt. Das Bündnis ist bereit und überzeugt, dass die Bevölkerung den äusserst knappen Fehlentscheid von Bundesrat und Parlament korrigieren wird.

Selbst die Strombranche winkt ab

Wie unrealistisch neue AKW sind, zeigt sich inzwischen sogar bei den Stromkonzernen. Am Wochenende sagte die Produktionschefin der BKW in der Presse: «Unter den heutigen Bedingungen sind neue Kernkraftwerke in der Schweiz nicht realistisch.» Die Kosten lägen eher am oberen Ende der Schätzungen von 10 bis 40 Milliarden Franken. Damit wird klar: Das Atom-Gesetz ist ein Gesetz, das niemand braucht.

Am Ende zahlt die Bevölkerung 

Kein privater Investor wird diese Milliardensummen tragen. Bezahlen müsste die Bevölkerung – über Steuern oder die Stromrechnung. Ein neues AKW würde frühestens in zwanzig Jahren Strom liefern. Bis dahin produziert es keine einzige Kilowattstunde: Die Schweiz bezahlt jahrzehntelang und erhält dafür nichts – trägt aber das Risiko von Verzögerungen und Kostenexplosionen in Milliardenhöhe.
Neue AKW würden die Schweiz auch noch abhängiger von Uran-Importen machen – und damit von Autokraten wie Putin und den Launen der Grossmächte. Gleichzeitig fehlt jeder Franken, der in ein AKW-Projekt fliesst, beim Ausbau der erneuerbaren Energien, die schon heute günstigen und vor allem einheimischen Strom liefern.

Ein Existenzrisiko für die dicht besiedelte Schweiz

Das ENSI, die ETH und der Bund sind sich einig: Für die Schweiz kämen auf Jahre hinaus nur herkömmliche Reaktoren in Frage, deren Brennstoff unter hohem Druck permanent gekühlt werden muss. Fällt die Kühlung aus, droht die Kernschmelze.
Dass dies selbst in einem Land mit höchsten Sicherheitsstandards wie Japan geschehen kann, hat Fukushima gezeigt. Diese Erfahrung war der Grund für den Atomausstieg, den die Stimmbevölkerung 2017 beschlossen hat: Die Schweiz will kein solches Existenzrisiko – und auch keinen Atommüll, für den es bis heute keine Lösung gibt.

Bevölkerung will Erneuerbare und keine AKW

Die Atomlobby hat ihre Kampagne längst gestartet: Die Befürworter:innen neuer Atomkraftwerke schalten seit Wochen Werbung in den sozialen Medien. Das Bündnis «Nein zu neuen AKW» hält dagegen – mit Hunderten von engagierten Freiwilligen aus allen politischen Lagern, mit grosser Unterstützung aus der Bevölkerung und mit Fakten statt Hochglanzwerbung.
Die Stimmbevölkerung hat sich bereits dreimal klar für eine erneuerbare Zukunft entschieden: 2017 mit der Energiestrategie, 2023 mit dem Klimaschutzgesetz und 2024 mit dem Stromgesetz. Am 28. Februar 2027 kann sie diesen erfolgreichen Weg bestätigen.

Zitate

Brigitte Häberli-Koller, Ständerätin Die Mitte (TG): «Wenn auch die BKW sagt, dass neue AKW in der Schweiz nicht realistisch und die Kostenrisiken sehr gross sind, sollte die Schweiz aufhorchen. Wer bürgerlich und verantwortungsvoll politisiert, gibt kein Geld aus, das wir nicht haben. Die Rechnung zahlen am Ende Familien und das Gewerbe – darum sage ich Nein zu neuen AKW.»

Nadine Masshardt, Nationalrätin SP (BE), Präsidentin der Schweizerischen Energiestiftung: «Die Atomlobby will uns eine Technologie aus dem letzten Jahrhundert als Zukunft verkaufen. Neue AKW bedeuten ein Unfallrisiko mitten im dicht besiedelten Mittelland, strahlenden Müll für eine Million Jahre und eine neue Abhängigkeit von Uran aus autokratischen Staaten. Dieses Risiko wollte die Bevölkerung in Kaiseraugst nicht, nach Tschernobyl nicht und auch nach Fukushima nicht mehr – und sie wird auch am 28. Februar Nein sagen zu neuen AKW.»

Bündnis «Nein zu neuen AKW»

Das Bündnis sorgt mit dem Referendum dafür, dass die Bevölkerung in diesen grundlegenden Fragen das letzte Wort hat. Das Bündnis besteht aus zahlreichen Parteien und Organisationen, die sich für eine erneuerbare statt nukleare Energiezukunft einsetzen.

Die Argumente und unterstützenden Organisationen finden Sie auf: www.neue-akw-nein.ch